QM-Infocenter.de
Control Blog

Archiv für den 22. Juli 2009

Vier Jahre Kampf gegen Bugs im Auto

Thomas Funck
Mittwoch, 22. Juli 2009

Sie kennen die alte Anekdote: Bill Gates und ein namhafter Automobilmanager treffen auf einer Konferenz zusammen. Gates sagt: “Wenn wir unsere Software so langsam entwickeln würden wie ein Automobil, dann wären wir heute noch bei Windows 1.0.” Darauf der Automanager: “Wenn unsere Fahrzeuge so zuverlässig wären wie Ihre Software, dann würden sie mindestens einmal am Tag liegen bleiben.” 

Diese Geschichte ist vermutlich zwanzig Jahre alt, aber im Kern noch immer wahr. Mit dem Unterschied, dass ein Auto heute ein rollender Hochleistungscomputer ist – zumindest im Vergleich zu damaligen PCs. Das leidige Thema fehlerbehafteter Software und unzuverlässiger Fahrzeugelektronik ist nahezu jedem bekannt. Deshalb schlossen sich führende Autohersteller zusammen, um dem Problem mit vereinten Kräften zu Leibe zu rücken. Die Wunderwaffe gegen Elektronikprobleme heißt seither Automotive SPICE. Es handelt sich um ein Modell, das einerseits die Soll-Prozesse bei der Software- bzw. Elektronikentwicklung festlegt und andererseits sechs Reifegrade vorsieht, die dem ermittelten Reifeprofil entsprechen.

Assessoren, die sich auf diese nicht ganz einfache Thematik verstehen, sehen sich die Fähigkeit eines Software- bzw. Elektronikanbieters durch die Prozessbrille genau an. Und sie befinden darüber, welchen SPICE-Level ein Lieferant erhält.  Vier Jahre sind seit der Verabschiedung des Prozessassessmentmodells Automotive SPICE verstrichen, das auf der ISO/IEC 15504 basiert.

Deshalb sei die Frage gestattet: Was hat Automotive SPICE bis heute gebracht?

Tags: , , ,