”There´s no business like show-business!” lautet eine bekannte Hollywood-Spruchweisheit. Angesichts der Flut von Wirtschaftspreisen, die laufend auf uns herniederprasselt, möchte man frei übersetzen: “Kein Geschäft ohne Showgeschäft!”
Nehmen wir das äußerst spezielle Segment der Qualitätspreise: Hier wird der Preisreigen im Januar mit dem TopIt eröffnet, dreht weiter zum Bayerischen Qualtitätspreis, Thüringer Staatspreis für Qualität, Qualitätspreis Berlin-Brandenburg, Qualitätspreis Niedersachsen und weiteren (ruhenden) Regionalpreisen. Nicht zu vergessen unsere deutschsprachigen Nachbarn, die mit dem Österreichischen Staatspreis für Qualität und dem Schweizer Esprix nicht nachstehen. Zum Jahresende dreht das Preiskarusell noch eine Extrarunde: Ludwig-Erhard-Preis und EFQM-Excellence-Award werden mit großer Parade verliehen.
Die Amerikaner können Preise naturgemäß am besten, setzen Sie doch mit der weltweit ausgestrahlten Oscar-Verleihung den ultimativen Award-Maßstab. Ihre Kunstfertigkeit bei der Inszenierung von Auszeichnungen stellen Sie alljährlich mit der Verleihung des Malcolm Baldridge National Quality Award unter Beweis, der vom US-Präsidenten persönlich überreicht wird – Medienrummel inklusive.
Nachdem die Existenz eines regelrechten Preisezirkus hinreichend belegt ist, mag eine kritische Frage erlaubt sein: Wer will denn überhaupt solche Auszeichnungen und warum? Der Psychologe wird antworten: Weil jeder Mensch (und Unternehmer) nach maximaler Anerkennung strebt. Der Ökonom wird vermutlich erklären, dass sich jeder Unternehmer (und Homo oeconomicus) einen Marketingeffekt verspricht, der seinen Gewinn mittelfristig steigert.
Was aber sagt der Qualitäter dazu?




