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Machtzentrale: Nationale Akkreditierungs-Superstelle

Thomas Funck

Über die neue nationale Akkreditierungsstelle wurde viel gemunkelt, detailliert lesen konnte man darüber noch nicht so viel. Wer etwas über die neue Superstelle in Erfahrung bringen wollte, musste schon die Datenbanken des Deutschen Bundesrats und des Deutschen Bundestags bemühen. Die Protokolle zur Plenarsitzung des Bundestags am 19. Juni und der Lesung im Bundesrat vom 10. Juli 2009 zeigen aber bestenfalls schemenhafte Umrisse der künftigen Machtzentrale in Sachen Akkreditierung. 

Eine Presseinfo des Verbands der Materialprüfungsanstalten e.V. (VMPA) klärt nun darüber auf, dass „dieser Tage“ die Deutsche Gesellschaft für Akkreditierung (DGA) mit Sitz in Berlin gegründet wurde. Und dass sie aus der Deutschen Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH (DAP), der Trägergemeinschaft für Akkreditierungen (TGA) und der Deutschen Akkreditierungsstelle Chemie GmbH (DACH) hervorgegangen ist. Alle drei Akkreditierungsstellen stammen aus dem ehemaligen gesetzlich nicht geregelten Bereich im Deutschen Akkreditierungsrat (DAR) und sollen ab 1. Januar 2010 die Aufgaben der nationalen Akkredierungsstelle gemäß EU-Verordnung  übernehmen.

Alles wirkt regelkonform und juristisch sauber ausgeklügelt. Hier wurde planmäßig und besonnen vorgegangen. Der aufmerksame Betrachter mag sich nun fragen, wer die Strippenzieher hinter dem neuen Akkreditierungsmodell sind. Noch interessanter ist vermutlich die Frage, wer von der neuen Superstelle profitiert oder durch die neuen Strukturen verliert. Sachdienliche Hinweise sind herzlich willkommen!

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Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Funk,
    Es gibt ca. 4000 Stellen Konformitätsbewertungsstellen (das sind z. B. Zertifizierungsstellen, Laboratorien, Inspektionsstellen etc.).
    Diese Konformitätsbewertungsstellen gehen auch nicht in der zu errichtenden Akkreditierungsstelle auf. Sie müssen (wenn es z. B. gesetzlich gefordert ist) / können (weil sie die besondere Qualität ihrer Zertifikate oder Prüfbescheinigungen herausheben wollen) vielmehr ihre fachliche Kompetenz in einem Akkreditierungsverfahren - durchgeführt von einer Akkreditierungsstelle - nachweisen lassen.
    Bislang gibt es 14 solcher Akkreditierungsstellen in Deutschland. Davon sind fünf privat organisiert, fünf sind solche der Länder und vier sind Bundesstellen. Diese Stellen müssen nun - so fordert es eine europäische Verordnung - in einer nationalen Akkreditierungsstelle aufgehen.
    Der Sitz der nationalen Akkreditierungsstelle ist in Berlin und sie wird ihre Türen zum 1.1.2010 öffnen.
    Die 190 Mitarbeiter werden von den 2. Mio EUR aus Bundesmitteln über das Bundesministerium für Wirtschaft aus Steuergeldern finanziert.

    Welche Partei ist z.Z. Regierungspartei?
    Die Mitarbeiter/Innen der Akkreditierungsstelle sind nicht von den Sonstigen Parteien…
    Mit freundlichen Grüßen

    Klaus Jürgen Harms
    Qualitätsmanager, Auditor einer großen internationalen
    Sachverständigenorganisation

  2. Jahn sagt:

    Wer davon …. ist eine interessante Frage, noch dazu im nicht geregelten Bereich?
    Sollte hier evtl. Konkurenz von den Platzhirschen ferngehalten werden?
    W.A.Jahn
    Manager, EuropeanSystemCertifikation

  3. Ein ganz klares Ja, Herr Jahn.
    Klaus Jürgen Harms
    Qualitätsmanager

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