Archiv für die Kategorie ‘Allgemeines’
Thomas Funck
Donnerstag, 17. Juni 2010
Am 9. Juni war „World Accreditation Day“. Jetzt sagen Sie nicht, dass Sie davon nie gehört hätten! Vielleicht hilft Ihnen ja die offizielle Meldung der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS): „An diesem Datum wird jedes Jahr in über 60 Ländern der Weltakkreditierungstag mit Veranstaltungen und Aktionen gefeiert. Er findet in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Ziel des weltweiten Aktionstages ist es, die Bedeutung von Akkreditierungen für das System der Qualitätssicherung von Produkten und Dienstleistungen im freien Welthandel zu verdeutlichen.“ Ins Leben gerufen haben diesen Feiertag das IAF (International Accreditation Forum) und die ILAC (International Labratory Accreditation Cooperation). Gastgeber in Deutschland war die DAKKS in Berlin – Friede, Freude, Lachsbrötchen.
Doch was mussten wir schon Tage zuvor aus dem Fernsehen erfahren? Einer der bekanntesten Zertifizierer, der Technische Überwachungsverein TÜV, steht in der Kritik! Der altehrwürdige und wohlakkreditierte TÜV verkaufe seinen guten Namen, lautet die Aussage eines Frontal21-Berichts. Das TÜV-Gütezeichen verkomme zum Werbegag! Skandale bei Internet-Unternehmen wie “schülerVZ” oder dem Online-Buchhändler “libri.de” zeigen die Mängel von Prüfsiegeln, denn diese Datenschutz-Sünder sind TÜV zertifiziert. Der TÜV bemerkte zu seiner Verteidigung nur trocken: „Sämtliche Verfahren für die Vergabe von TÜV-Siegeln beruhten auf standardisierten Kontrollverfahren wie beispielsweise der Norm für Qualitätsmanagement ISO 9001.“ Und damit hat er sogar Recht. Jeder Qualitäter weiß, dass ein zertifiziertes QM-System keine Garantie für hochwertige Produkte oder Dienstleistungen ist.
Letztlich ist Zertifizierung eben auch nur ein Business. Und was für eines. Alle deutschen TÜV-Gesellschaften zusammen erwirtschafteten im Krisenjahr 2009 einen Umsatz von etwa 3460 Mio. Euro (Quelle: Autobilwoche)! „Akkreditierung – Zertifizierung – Cash Machines“ wäre das nicht ein anregendes Thema für den nächsten World Accreditation Day?
Das ZDF strahlte am 1. Juni 2010 die Sendung „Frontal 21“ aus. Titel des Beitrags: „Fragwürdige TÜV-Siegel – Die Milliardengeschäfte der Prüfer“ Der Beitrag kann online betrachtet werden:
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,8076416,00.html
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Thomas Funck
Donnerstag, 06. Mai 2010
Seit dem Ausbruch der Finanzkrise, die sich wie Vulkanasche über weite Teile der deutschen Wirtschaft gelegt hat, ändert sich vieles. Leider nicht immer zum Guten, wie die Fertigungsqualität deutscher Traditionsunternehmen zeigt. Das liegt natürlich nicht am vulkanischen Feinstaub, sondern am schnöden Mammon. Viele Unternehmer haben in 2009 massiv auf die Kostenbremse gedrückt und etwa bei der Qualitätsvorausplanung gespart. Das rächt sich nun mit deutlich höheren Ausschussraten.
Personalberater Hans Weber erklärt, dass dies auch der Grund für den aktuell großen Bedarf an Qualitätsingenieuren (nicht Qualitätsmanagern!) ist. Personalabteilungen suchen händeringend nach Qualitätern, die fähig sind, die laufende Fertigung zu überwachen und abzusichern. Er weiß von Firmen, die in dieser Funktion bis zu 200 Mitarbeiter einstellen würden, um den Ausschuss zu reduzieren. Teure Anzeigen wurden geschaltet, aber die wenigen Bewerber waren nicht geeignet. Der Arbeitsmarkt ist einfach leergefegt!
Und das, obwohl bereits letztes Jahr zwei Entlassungswellen über die deutsche Industrie hinwegrollten: im Juni und September 2009. Was danach passiert ist, beschreibt Weber so: “Die guten Qualitäter haben rasch wieder einen neuen Job gefunden, die übrigen schreiben seither Bewerbungen.” Als gut gilt heute ein Qualitäter, wenn er nicht nur die Normen verwalten, sondern mit den Kollegen in der Entwicklung und Fertigung reden kann. Dafür muss er über produktionsnahe Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Nur so kann er dem Entwickler wie dem Werker erklären, weshalb bestimmte Arbeitsschritte notwendig sind. Und er sollte die Überzeugungskraft besitzen, um einzufordern, was definierte Prozesse, Standards und Normen gebieten.
Eine Chance für Qualitäter mit Herz und Verstand!
Stellenangebote auch unter:
http://www.qm-infocenter.de/stellenmarkt
Tags: Fertigungsqualität, Finanzkrise, Personalabteilungen, Personalberater Hans Weber, Qualitäter, Qualitätsingenieure, Traditionsunternehmen, Überzeugungskraft, Vulkanasche
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Michael Himmelstoß
Mittwoch, 05. Mai 2010
Noch ist das iPAD in Europa nicht verfügbar und doch haben zwei findige Control-Aussteller Mittel und Wege gefunden, um den neuen Tablet-PC von Apple auf der Control 2010 life zu präsentieren. Am Stand der IBS AG erwarten den interessierten Qualitätsmanager die IBS-Tools per WLAN auf dem iPAD. Bei Babtec bekommt man sogar ein eigenes iPAD, wenn man ein bestimmtes Softwaremodul des Unternehmens kauft…
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Thomas Funck
Mittwoch, 05. Mai 2010
Über diese Frage kommt unweigerlich ins Grübeln, wer über die Fachmesse Control schlendert. In einigen Hallen wird er mit einem Rummel empfangen, der an den Cannstätter Wasen erinnert. In anderen Messehallen herrscht dagegen Chillout-mäßige Ruhe. Das liegt an der unterschiedlichen Häufung von Messeständen, die mal laut, mal leise auf ihre Produkte aufmerksam machen. Zur lauten Fraktion zählen in der Regel die Messtechniker mit ihren summenden und brummenden Robotern und Messmaschinen. Zur leisen Gruppe gehören die Anbieter von weicher Ware oder CAQ-Software, wie diese im Fachjargon heißt.
Diese Software zur Qualitätssicherung wird seit Jahren von einer übersichtlichen Anbieterschar weiterentwickelt und vertrieben. Die Aufgabe dieser hochspezialisierten Software besteht darin, alle wichtigen Abläufe innerhalb eines Unternehmens abzubilden, zu dokumentieren und mit Kennzahlen messbar zu machen. Vom Wareneingang über den Entwicklungs- und Produktionsprozess bis zur Annahme von Beanstandungen können damit alle qualitätsrelevanten Arbeits- und Herstellungsschritte unterstützt werden. Die Programme zur Qualitätssicherung sind über viele Jahre perfektioniert worden, bahnbrechende Neuerungen sucht man dieser Tage vergeblich.
Deshalb machen findige Softwareanbieter auf der Control 2010 mit einem netten Marketing Gag auf sich aufmerksam. Sie bieten Softwaremodule an, die auf den derzeit angesagten mobilen Endgeräten laufen. Dass ein jüngst in den USA vorgestellter Tablett-PC dabei eine wichtige Rolle spielt, kann man sich denken. Das Gerät ist für Tech Freaks hinreichend sexy und demonstriert den Anspruch seines Halters, sich stets auf der Höhe der Zeit zu bewegen. Damit ist dieses Gerät vermutlich auch für Qualitäter interessant, die heute oft von einer Fertigungsstätte zur nächsten tingeln müssen, vor Ort qualitätsrelevante Daten abgreifen und sich so ein Gesamtbild machen. Mit diesen gleichermaßen handlichen wie schicken Geräten macht das ungleich mehr Spaß als mit dem schnöden Laptop. Vielleicht ist die Verbindung von Software und neuer Mobiltechnik ein sinnvoller Schritt in der technischen Evolution. Falls nicht, war es immerhin ein Hingucker auf der Messe.
Tags: CAQ-Software, Control 2010, Fachmesse Control, Messehallen, Messeständen, Messmaschinen, Qualitätssicherung, Tablett-PC, technischen Evolution
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Thomas Funck
Dienstag, 04. Mai 2010
Heute wurde er also verliehen, der diesjährige Kompetenzpreis Baden-Württemberg, pünktlich zum Auftakt der Stuttgarter Fachmesse Control. Souverän abgeräumt hat diese Auszeichnung der weltbekannte, schwäbische Dübelhersteller Fischer. Kein Geringerer als Professor Fischer selbst nahm den Preis entgegen und erklärte das Geheimnis seines Erfolgs.
Schon Anfang der achtziger Jahre habe man ein eigenes Unternehmensleitbild entwickelt, das seither (in bester KVP-Manier) immer weiterentwickelt wurde. Es ruht auf drei Säulen, die Fischer mit den Attributen „innovativ, eigenverantwortlich und seriös“ etikettiert. Klingt schon mal gut, bedarf aber der Erklärung. Für die Unternehmensleitung – und die repräsentiert Fischer recht glaubwürdig – stehen die Mitarbeiter im Mittelpunkt. Nur diese können seiner Ansicht nach alle drei Eigenschaften mit Leben erfüllen. Und genau deshalb baut Fischer auf seine Mitarbeiter. Was bei manch anderem den Geschmack eines Lippenbekenntnisses hinterlässt, klingt aus dem Mund dieses Mannes nicht fahl. Er belegt sein Credo „die Mitarbeiter sind unser wichtigster Erfolgsfaktor“ überzeugend mit deren Qualifizierung. Im Übrigen sorgt der Vollblutunternehmer nicht nur in den eigenen Reihen für ständige Weiterbildung, er macht sich auch in der Gesellschaft für Bildung stark. „Bildung ist der Schlüssel zum Wettbewerb“, lautet seine schlichte Formel zum Erfolg.
Noch Eines macht der Vorzeigeunternehmer schon seit vielen Jahren richtig, und es hat mit Bildung zu tun: „Natürlich dürfen Fehler gemacht werden, solange daraus gelernt wird!“, erwähnt er am Rande seiner Rede. Da möchte kein (Q)-Manager widersprechen, doch auch hier gilt die alte Sentenz von Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.
Tags: Bildung, Control 2010, Erich Kästner, Fachmesse Control, Fischer, Kompetenzpreis Baden-Württemberg, Unternehmensleitbild, Wettbewerb
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Thomas Funck
Donnerstag, 22. April 2010
Angesichts zahlreicher neuer Marktplätze im Internet und abnehmender Besucher- und Ausstellerzahlen ist diese Frage berechtigt. Die Zeitschrift Productivity Management ließ dazu anlässlich der Hannover Messe einen Profi zu Wort kommen. Ulrich Kromer von Baerle, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, bricht darin eine Lanze für die klassische Fachmesse. Trotz Internet und neuer Kommunikationskanäle im Social Media Marketing seien Messen nach wie vor eine der wichtigsten Bausteine im Marketingplan. So seine These, die er mit einer Studie des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA belegt. Dieser fand heraus, dass 81 Prozent der ausstellenden deutschen Unternehmen Messen und Ausstellungen für besonders wichtig halten, sofern es um business-to-business-Kommunikation geht. Damit sind der intensive persönliche Dialog und die Vertiefung von Kundenbeziehungen gemeint. Interessant wäre darüberhinaus, welche Haltung die nicht ausstellenden Unternehmen zur Bedeutung von Messen einnehmen – und warum.
Ein weiteres Argument pro Messe ist für Stuttgarter Messe-Chef, dass sich unter einem Dach eine ganze Branche präsentiert – zum Wohl des Besuchers. Dieser muss nicht wie im Internet mühsam selektieren, sondern kann sich von ausgewählten Produkten oder Dienstleistungen vor Ort ein Bild machen. Gerade bei erklärungsbedürftigen Angeboten ist dies natürlich ein Vorteil gegenüber elektronischen Märkten.
Einen aus Besuchersicht gewichtigen Vorteil der Messe hat der Messeprofi übrigens nicht ins Feld geführt: die Möglichkeit des direkten Vergleichs zwischen ähnlichen Produkten.
Den Argumenten pro Messe stehen freilich überzeugende Gründe gegenüber, die potenzielle Aussteller und Besucher abschrecken. Da sind zunächst die hohen Kosten eines Messebesuchs: Für den Aussteller bedeutet Messe einen gewissen Planungsaufwand, das kostspielige Abstellen von Mitarbeitern und hohe Standgebühren. Für den Besucher bedeutet Messe eine Kerbe im Zeitbudget, beträchtliche Reise- und Übernachtungskosten und stattliche Eintrittspreise.
Tatsache ist, dass viele Unternehmen längst Abstand vom Marktplatz Messe genommen haben. Sie glauben, mit Hausmessen oder selbstorganisierten Tagungen ihre Zielgruppe besser zu erreichen. Ob diese Veranstaltungen tatsächlich günstiger sind, ist schwer zu beurteilen und hängt mit dem betriebenen Aufwand zusammen. Letztlich ist es wohl eine Frage der individuellen Marketingstrategie.
Dass die Konjunktur einen bedeutenden Einfluss auf Marketingbudgets hat, muss hier nicht erklärt werden. Messen leiden unter den Auswirkungen der Finanzkrise ebenso wie deren Besucher und Aussteller. Ob die Kennzahlen der diesjährigen Fachmesse Control 2010 wieder nordwärts weisen? Lassen wir uns überraschen.
Quelle:
Ist die klassische Messe noch zukunftsfähig? In: Productivity Management 15 (2010) Sonderausgabe, S. 30-31
Tags: AUMA, Besucher- und Ausstellerzahlen, Control 2010, Eintrittspreise, Hannover Messe, Hausmessen, Konjunktur, Marketingbudgets, Marktplätze, Messe Stuttgart, Standgebühren, Ulrich Kromer von Baerle
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Thomas Funck
Freitag, 16. April 2010

Der „Kompetenzpreis für Innovation und Qualität Baden-Württemberg“ wurde erstmals 2008 im Rahmen der Fachmesse Control verliehen. Baden-Württemberg gilt als Land der Tüftler und so war eine Auszeichnung der landestypischen Innovationskraft überfällig. Dass Qualität in Verbindung mit Innovation eine bedeutende Rolle spielt, leuchtet ein. Mit innovativen Produkten oder Dienstleistungen alleine, die ohne die üblichen Qualitätsstandards angeboten werden, können heute keine Geschäfte gemacht werden. Diese Überlegung steht hinter der Initiative für den Kompetenzpreis Baden-Württemberg.
Wie also lauten die Kriterien für eine Auszeichnung? Gemäß Initiatoren entscheidet sich die Preisvergabe über die Beherrschung des Spannungsfelds Innovation und Qualität. Soll heißen, dass anhand eines signifikanten oder mehrerer typischer Beispiele klar werden sollte, wie in der Innovations- und Qualitätskette Voraussetzungen für Innovation, optimale Prozesse und anhaltenden geschäftlichen Erfolg realisiert werden. Die Jury bedient sich zur Beurteilung von nominierten Firmen eines Leitfadens, mit dessen Hilfe sie sich über folgende drei Bausteine ein möglichst objektives Bild macht:
• Innovative Vorraussetzungen,
• hervorragende Umsetzungsprozesse und
• nachhaltige Ergebnisse
Ein oder mehrere Mitglieder der Preis-Jury besuchen dazu die ausgewählten Bewerber vor Ort und versuchen in Gesprächen mit Beteiligten und Betroffenen die Preiswürdigkeit zu bestätigen. Der Jury gehören Mitglieder der Steinbeis Stiftung für Wirtschaftsförderung, Vertreter von P.E. Schall, des TQU, des Ausstellerbeirats der Messe Control und einzelner Verbände an.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Preis aus einer Initiative des Messeunternehmens P.E. Schall und des Steinbeis-Transferzentrums TQU entstand. Schirmherr ist die Steinbeis Stiftung für Wirtschaftsförderung,
Der Kompetenzpreis wird im Rahmen der jährlich stattfindenden Fachmesse Control verliehen und ist nicht dotiert. Bewerben können sich Unternehmen mit einem Betriebsstandort in Baden-Württemberg und auch Einzelpersonen. Schlusstermin für die Anmeldung zum Kompetenzpreis 2010 war der 15. März 2010. Die diesjährigen Gewinner werden im Rahmen der Control 2010 in der Messe Stuttgart bekanntgegeben und ausgezeichnet, voraussichtlich am 4. Mai.
Wer bereits über Insider-Informationen zu den Gewinnern 2010 verfügt, möge diese hier kundtun.
Weitere Informationen
www.kompetenzpreis-bw.de
Tags: Control 2010, Fachmesse Control, Kompetenzpreis für Innovation und Qualität Baden-Württemberg, P.E. Schall, Schlagwort hinzufügen, Steinbeis Stiftung für Wirtschaftsförderung, Steinbeis-Transferzentrums TQU
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Thomas Funck
Dienstag, 13. April 2010

Organisatorischer Aufbau der DAkkS GmbH, Stand April 2010 (Quelle: Monatsbericht 04-2010 BMWi)
Ein Vierteljahr ist verstrichen, seit die neue Behörde ihre Arbeit aufgenommen hat. Nun wurde eine erste Version des organisatorischen Aufbaus der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) GmbH veröffentlicht. Sie wurde nach den Vorgaben der EU-Verordnung 765 konstruiert, die Rechtsform einer GmbH weist sie als Gesellschaft aus, und doch ist sie vom Bund beliehen. Die Organisation ist demzufolge ein staatlich-privatwirtschaftliches Hybridmodell. Anteilseigner der DAkkS GmbH sind aktuell zu zwei Dritteln der Bund und zu einem Drittel die Wirtschaft (vertreten durch den BDI). Künftig sollen auch die Bundesländer an der Gesellschaft beteiligt werden, ebenfalls zu einem Drittel. Dann wird auch die Geschäftsührung um eine dritte Person erweitert. Dr. Norbert Barz (BMWi) und Dr. Thomas Facklam (ex TGA) müssen sich dann die Geschäftsführung mit einem von den Ländern bestellten Gf teilen.
Über der Geschäftsführung stehen eine Gesellschafterversammlung und ein Aufsichtsrat, der sich erst formiert. Daneben wird ein Akkreditierungsbeirat eingerichtet, der die Bundesregierung und die DAkkS in Fragen der Akkreditierung und bei der Regelermittlung beraten wird. Besetzt werden soll dieser Beirat mit Vertretern der Konformitätsbewertungsstellen, der Wirtschaft und – man höre und staune – von Verbraucherverbänden. Ein Akkreditierungsausschuss wird über mögliche oder nicht mögliche Akkreditierungen entscheiden, seine Zusammensetzung ist noch unbekannt.
Daneben ist eine Sonderstelle für Auslandstätigkeiten vorgesehen und auch die Gilde der Qualitätsmanager wird ein Gremium mit noch unveröffentlichten Aufgaben stellen. Die Basis der Behörde bilden sechs Fachabteilungen, die sich mit folgenden Themen beschäftigen:
- Bauwesen / Verkehr / Werkstofftechnik
- Geräte- und Anlagensicherheit / Telekommunikation / EMV
- Gesundheit / Forensik
- Gesundheitlicher Verbraucherschutz, Agrarsektor und Umwelt
- Metrologie
- Zertifizierung von Systemen / Personen
Mit dieser Superbehörde erfüllt Deutschland die europäische Forderung nach einer einzigen nationalen Akkreditierunsstelle. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Techologie (BMWi) hat die Fach-, Rechts- und Finanzaufsicht über die DAkkS. Dort wird proklamiert, dass die Neuordnung des Akkreditierungswesens mit einer wesentlichen Vereinfachung der nationalen Qualitätsinfrastruktur einhergehe. Und dass so das Vertrauen in deutsche Produkte und Dienstleistungen nachhaltig gestärkt werde. Die Hoffnungen, die auf dieser neuen Behörde ruhen, fasst das BMWi in einem Satz zusammen: Eine leistungsstarke Qualitätsinfrastruktur – ein wichtiger Baustein für das Renomée von “Made in Germany”. Ob dieses Credo von der Akkreditierungs- und Zeritfizierungspraxis bestätigt wird, kann nur die Zukunft zeigen.
Quelle: BMWi
Tags: Akkreditierungsausschuss, BDI, Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS), Dr. Norbert Barz, Dr. Thomas Facklam, EU-Verordnung 765, Made in Germany
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Thomas Funck
Mittwoch, 20. Januar 2010
Die Ausgestaltung der nationalen Akkreditierungsstelle bleibt spannend! Mit Jahresbeginn 2010 nahm die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) unter dem Schirm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ihre Arbeit auf. Sie soll Akkreditierungen in den Bereichen
• Prüflaboratorien,
• Kalibrierlaboratorien,
• Medizinische Laboratorien,
• Produktzertifizierung,
• Managementzertifizierung,
• Personenzertifizierung,
• Inspektionsstellen,
• Ringversuchsanbieter und
• Referenzmaterialhersteller
durchführen. Auftraggeber ist der Staat, also die Bundesrepublik Deutschland, von der die DAkkS beliehen wurde. Was heißt das? Obwohl der Rechtsform nach eine GmbH, ist die DAkkS mit Befugnissen einer staatlichen Akkreditierungsstelle ausgestattet. Sie arbeitet aber nicht gewinnorientiert und unterliegt in Bezug auf ihre hoheitliche Tätigkeit dem deutschen Verwaltungsrecht. Im Klartext: Die DAkkS wird ihre Akkreditierungstätigkeiten im Stil einer Behörde wahrnehmen.
Die nationale Akkreditierungsstelle ist also bei Licht betrachtet eine Mischform aus privatwirtschaftlicher und staatlicher Organisation. Diese Doppelnatur ist ein Erbe der vergangenen zwanzig Jahre, als zahlreiche private Konformitätsbewertungsstellen unter dem Dach des Deutschen Akkreditierungsrats (DAR) organisiert waren. Es überrascht nicht, dass sich einige dieser Stellen in die neue DAkkS hinübergerettet haben. Sie haben ja auch den Aufbaustab des BMWi zur Errichtung der nationalen Akkreditierungsstelle beraten. Und die einstigen Akkreditierungsstellen aus dem „gesetzlich nicht geregelten Bereich“ DAP, TGA und DACH haben sich noch im vergangenen Jahr zur Deutschen Gesellschaft für Akkreditierung (DGA) zusammengeschlossen. Das war scheinbar ein vergeblicher Schachzug, denn beliehen wurde nicht die DGA, sondern eben die DAkkS.
Aber Totgeglaubte leben länger. Noch am 22.12.2009 wurde die DGA per Handelsregistereintrag (HRB 122846 B) mit der DAkkS verschmolzen. Nebenbei wurde die DKD per Organisationserlass des BMWi in die DAkkS übergeleitet. So hat nun alles wieder seine schöne, alte Ordnung. Aber halt! Was den detaillierten Aufbau und die Arbeitsweise dieser nationalen Akkreditierungsstelle betrifft, sind noch etliche Fragen offen.
Am kommenden Montag, den 25. Januar, will sich die DAkkS den Fragen der Öffentlichkeit stellen. Näheres zur Informationsveranstaltung unter:
veranstaltung@dakks.de
www.dakks.de
Tags: Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), DACH, DAP, Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS), DKD, Konformitätsbewertungsstellen, TGA
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Thomas Funck
Montag, 30. November 2009
Wer am 26. November 2009 im Berliner Meilenwerk war, der konnte nicht nur attraktive Autos bewundern. In dieser ungewöhnlichen Location wurde der Ludwig-Erhard-Preis (LEP) für unternehmerische Spitzenleistungen verliehen. Und nicht nur das. Wer bereits am Nachmittag anreiste, wurde im Rahmen des Excellence-Forums der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) Zeuge bemerkenswerter Erfahrungen mit Spitzenleistung.
Der LEP ist ein quasi-sportlicher Wettkampf und so lag es nahe, einen echten Winner aus dem Profisport einzuladen. Die Initiative Ludwig Erhard Preis (ILEP) bewies mit der Wahl von Paris-Dakar-Legende Jutta Kleinschmidt ein glückliches Händchen. Sie begeisterte die versammelten Gewinner, Manager und Unternehmer mit einer ungeschminkten und leidenschaftlichen Schilderung Ihres Wegs zur Spitze. Von den ersten Erfahrungen im Wüstensand bis zum Siegerpodest in Dakar war es auch für sie ein langer und häufig schmerzhafter Weg, gesäumt von Niederlagen und Rückschlägen. Eine treffliche Analogie zum Excellence-Weg, den fortschrittliche und mutige Unternehmer seit Jahren geduldig gehen oder gerade erst einschlagen.
Wahre Sieger lassen sich durch nichts von ihrem Ziel abbringen. Das schilderte eindrucksvoll Jutta Kleinschmidt, die für Ihren Traum vom Sieg sogar ihren Hausmeister überlistete. Zu Beginn ihrer Karriere als Rallye-Pilotin – sie war noch Physikstudentin – schraubte sie in ihrer Wohnung an einem wüstentauglichen Motorrad. Das verstieß klar gegen die Hausregeln. Um dieses dennoch aus dem dritten Stockwerk nach unten zu schaffen, benötigte sie dringend einen Schlüssel für den Lastenaufzug. Sie griff zu einer List und teilte dem Hausmeister mit, sie brauche den Fahrstuhlschlüssel, um eine sperrige Möbellieferung empfangen zu können. Der wollte zunächst persönlich helfen, händigte ihr aber den Schlüssel aus, als sie eine mitternächtliche Lieferzeit nannte. Die Rallye-Legende in spe dachte weiter und lies einen Ersatzschlüssel für künftige Transporte Ihres Sportgeräts anfertigen.
Wer wollte da noch behaupten, Erfolg sei eine Gerade?
Weitere Details und Fotos zur Veranstaltung:
http://www.ilep.de/ludwig-erhard-preis/verleihung.htm
Tags: Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ), Excellence-Forum, Initiative Ludwig Erhard Preis (ILEP), Jutta Kleinschmidt, Ludwig-Erhard-Preis (LEP), Paris-Dakar, Rallye, Spitzenleistung
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