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Archiv für die Kategorie ‘Allgemeines’

Ludwig Erhard auf den Spuren der Rallye Paris-Dakar

Thomas Funck
Montag, 30. November 2009

Wer am 26. November 2009 im Berliner Meilenwerk war, der konnte nicht nur attraktive Autos bewundern. In dieser ungewöhnlichen Location wurde der Ludwig-Erhard-Preis (LEP) für unternehmerische Spitzenleistungen verliehen. Und nicht nur das. Wer bereits am Nachmittag anreiste, wurde im Rahmen des Excellence-Forums der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) Zeuge bemerkenswerter Erfahrungen mit Spitzenleistung.

Der LEP ist ein quasi-sportlicher Wettkampf und so lag es nahe, einen echten Winner aus dem Profisport einzuladen. Die Initiative Ludwig Erhard Preis (ILEP) bewies mit der Wahl von Paris-Dakar-Legende Jutta Kleinschmidt ein glückliches Händchen. Sie begeisterte die versammelten Gewinner, Manager und Unternehmer mit einer ungeschminkten und leidenschaftlichen Schilderung Ihres Wegs zur Spitze. Von den ersten Erfahrungen im Wüstensand bis zum Siegerpodest in Dakar war es auch für sie ein langer und häufig schmerzhafter Weg, gesäumt von Niederlagen und Rückschlägen. Eine treffliche Analogie zum Excellence-Weg, den fortschrittliche und mutige Unternehmer seit Jahren geduldig gehen oder gerade erst einschlagen. 

Wahre Sieger lassen sich durch nichts von ihrem Ziel abbringen. Das schilderte eindrucksvoll Jutta Kleinschmidt, die für Ihren Traum vom Sieg sogar ihren Hausmeister überlistete. Zu Beginn ihrer Karriere als Rallye-Pilotin – sie war noch Physikstudentin – schraubte sie in ihrer Wohnung an einem wüstentauglichen Motorrad. Das verstieß klar gegen die Hausregeln. Um dieses dennoch aus dem dritten Stockwerk nach unten zu schaffen, benötigte sie dringend einen Schlüssel für den Lastenaufzug. Sie griff zu einer List und teilte dem Hausmeister mit, sie brauche den Fahrstuhlschlüssel, um eine sperrige Möbellieferung empfangen zu können. Der wollte zunächst persönlich helfen, händigte ihr aber den Schlüssel aus, als sie eine mitternächtliche Lieferzeit nannte. Die Rallye-Legende in spe dachte weiter und lies einen Ersatzschlüssel für künftige Transporte Ihres Sportgeräts anfertigen. 

Wer wollte da noch behaupten, Erfolg sei eine Gerade?

 

Weitere Details und Fotos zur Veranstaltung:

http://www.ilep.de/ludwig-erhard-preis/verleihung.htm

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Elektroautos elektrifizieren QM-Experten

Thomas Funck
Mittwoch, 11. November 2009

Wenn ein Softwareanbieter zu einer Zusammenkunft von QM-Experten einlädt, dann möchte er gewöhnlich auf seine Produkte und Dienstleistungen aufmerksam machen. Dieses Anliegen kann auch für den jüngsten Expertenkreis des Höhr-Grenzhausener Softwareanbieters IBS nicht ausgeschlossen werden. Doch im Unterschied zu ähnlichen Veranstaltungen wurde dort nicht nur Selbstmarketing betrieben, sondern ausgewogen über Möglichkeiten und Chancen von Quality und Lean Management informiert.

Den ersten und vielleicht spannendsten Akt der Tagung bestritt Dr. Christian Malorny, Director der internationalen Unternehmensberatung McKinsey. In der QM-Welt ist sein Name bekannt, denn er wurde für seine wissenschaftlichen Verdienste um Qualitätsmanagement mehrfach ausgezeichnet. Der Träger des Walter-Masing-Preises der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) und des European Quality Awards der European Foundation for Quality Management (EFQM) ist außerdem Autor einer Vielzahl von Fachpublikationen.

Malorny berichtete über Trends der deutschen Automobilentwicklung, die auch als Entwickler von Methoden, Verfahren und Richtlinien des Qualitätsmanagments eine wichtige Rolle einnimmt. Die Voraussetzung für eine künftige Führungsrolle in Technologie und Management wird eine Spitzenposition im weltweiten Wettbewerb sein. Dafür wird eine Anpassung der Produkte an begrenzte Rohstoffe, CO2-Umweltrichtlinien und neue Märkte von größter Bedeutung. Malorny stellte vor diesem Hintergrund eine Studie seines Hauses vor, die sich mit der Elektrifizierung des Automobils beschäftigt. Kernaussage der Studie ist: Deutsche Automobilhersteller können im Jahr 2020 mit Elektrofahrzeugen jährliche Produktionskosten um 4,7 Milliarden Euro reduzieren. Voraussetzung sind allerdings die Mehrfachanrechnung von Elektroautos auf CO2-Ziele und ein deutsches Marktanreizprogramm mit 100.000 Fahrzeugen. 

Angesichts der vor allem politisch motivierten Umweltzielsetzungen bei der Verringerung des CO2-Ausstoßes sagte Malorny: „Die Politik hat dabei die Chance, als Moderator und Koordinator die miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen an einen runden Tisch zu holen.“ 

http://www.mckinsey.de/html/presse/2009/20090901_elektromobilitaet.asp

Nationale Akkreditierungsstelle kommt – DGA geht!

Thomas Funck
Mittwoch, 21. Oktober 2009

Manchmal nehmen die Dinge eine unvorhersehbare Wendung. So auch im Fall der derzeit entstehenden nationalen Akkreditierungsstelle. Unter Aufsicht und Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologi (BMWi) wird dieser Tage mit Hochdruck an der Umsetzung der EU-Verordnung 765/2008 gearbeitet. Diese regelt den Aufbau einer  nationalen Akkreditierungsstelle für Deutschland, die bis zum Jahresbeginn 2010 inkrafttreten muss.

Bisher konnte man davon ausgehen, dass die im September gegründete Deutsche Gesellschaft für Akkreditierung mbH (DGA) den Zuschlag für die Ausübung der Aufgaben dieser Stelle erhalten würde. Eine “Beleihung” – so der amtsdeutsche Begriff für die Ausstattung mit staatlichen Befugnissen – durch den Bundesrat war scheinbar nur noch eine Formalität. Nun vermeldet das BMWi, dass die DGA mbH nicht beliehen wird. “Wenn”, so ein Sprecher des BMWi, “wird die inzwischen gegründete Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAKKS) beliehen. Und diese befindet sich derzeit zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes.”

Die DGA ist indes noch nicht aus dem Rennen ausgeschieden. Laut BMWi finden derzeit Verhandlungen mit den Gesellschaftern der DGA mbH über die Verschmelzung bzw. den Beitritt der DGA mit bzw. zu der DAKKS statt. Der Bundesrat wird voraussichtlich auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr am 18. Dezember 2009 über die Beleihungsverordnung abstimmen. Dann zeigt sich, ob die DAKKS GmbH beliehen wird oder nicht. Und auch die Rolle der DGA wird dann geklärt.

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Was macht eigentlich der DGA-Aufsichtsrat?

Thomas Funck
Donnerstag, 15. Oktober 2009

Neuigkeiten über den Aspiranten auf die Position an der Spitze aller deutschen Konformitätsbewertungsstellen erfährt man dieser Tage nur auf Nachfrage. Immmerhin hat der Verband der Materialprüfungsanstalten (VMPA) die Zusammensetzung des künftigen Aufsichtsrats der Deutschen Gesellschaft für Akkreditierung GmbH (DGA) bekanntgegeben. Vertreter bekannter Industrieverbände geben sich hier ein Stelldichein:
- Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.,
- Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.,
- Verband der Materialprüfungsanstalten e.V.,
- Verband der Chemischen Industrie e.V.,
- Verband der Technischen Überwachungsvereine e.V. und
- Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin e.V.

Nun könnte man weiter fragen, welches die künftigen Aufgaben eines solchen Aufsichtsrats sein werden. Die Antworten des VMPA sind eindeutig:
- Aufsicht über die Umsetzung der Gesellschafterbeschlüsse,
- Aufsicht über die Einhaltung der sich aus der Beleihungsverordnung ergebenden Anforderungen,
- Aufsicht über die Einhaltung der Gesetze, des Gesellschaftsvertrags, der Gesellschafterbeschlüsse, der Geschäftsordnung der Geschäftsführung und der Geschäftsführerverträge,
- Formulierung und Abschluss der Geschäftsführerverträge,
- Genehmigung des Haushaltsplanes,
- Genehmigung der Aufnahme neuer Arbeitsgebiete oder
- Festlegung der zustimmungsbedürftigen Geschäfte.

Interessanter ist aber die Frage nach den aktuellen Aufgaben des Aufsichtsrats. “Gibt es noch keine” – hätte man vielleicht erwartet. Tatsächlich ist der Aufsichtsrat bereits aktiv, auch wenn sich seine Tätigkeit auf die intensive Kommunikation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) beschränkt. Das leuchtet insofern ein, als dort die Weichen für oder gegen eine gemäß Akkreditierungsstellengesetz erforderliche „Beleihung“ gestellt werden.

Die verbleibende Zeit bis zum Jahreswechsel dürfte angesichts der noch auszugestaltenden rechtlichen Details eine Herausforderung für die aktiven Aufsichtsratsmitglieder werden. Dazu muss man wissen, dass die erforderliche Beleihungsverordnung im Bundesrat zustimmungspflichtig ist. Nur wenn die Kompetenz der DGA zur Übernahme der Aufgaben einer nationalen Akkreditierungsstelle überzeugend dargelegt werden, hat sie Aussicht auf Beleihung. Mit anderen Worten: Nur wenn die Experten des BMWi von der Fähigkeit der DGA überzeugt sind, werden sie auch im Bundesrat für eine Ausstattung mit den Befugnissen einer Akkreditierungsstelle (= Beleihung) eintreten.

Man darf also gespannt bleiben!

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DGA gegründet – aber noch nicht legitimiert!

Thomas Funck
Mittwoch, 07. Oktober 2009

Zum 1.Januar 2010 soll nach dem Willen der Europäischen Union auch in Deutschland eine nationale Akkreditierungsstelle eingerichtet werden (s. Blog vom 31.8.09). Diese Stelle wird Akkreditierungen im Auftrag des Bundes durchführen und dazu mit einem Sonderstatus ausgestattet. In der Amtssprache des Akkreditierungsstellengesetzes (AkkStelleG) wird das in § 1 so formuliert: „Die Akkreditierung wird als hoheitliche Aufgabe des Bundes durch die Akkreditierungsstelle durchgeführt.“ Damit diese Aufgabe wahrgenommen werden kann, muss die Akkreditierungsstelle „beliehen“ werden. Dazu braucht das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) die Zustimmung des Bundesrats.

Und an die „Beleihung“ sind Bedingungen geknüpft. So muss die zu schaffende Akkreditierungsstelle ihre Fähigkeit zur Übernahme der Akkreditierungsaufgaben nachweisen. Ein Akkreditierungsausschuss ist einzurichten, der zu zwei Dritteln aus sachkundigen Personen besteht, die auch Angehörige der beleihenden Behörden sein müssen. Der Bund muss entweder zu zwei Dritteln an der Akkreditierungsstelle beteiligt sein oder Bund und Länder teilen sich diese Beteiligung zu je einem Drittel.

Am 14. September 2009 wurde die Deutsche Gesellschaft für Akkreditierung mbH (DGA) ins Berliner Handelsregister eingetragen (HRB 121949 B). Sie will die Aufgaben dieser nationalen Akkreditierungsstelle übernehmen. Angesichts des komplizierten Beleihungsverfahrens sind Überraschungen bis zum Jahresende durchaus möglich: „Inwieweit die DGA mbH vom BMWi beliehen wird, ist derzeit noch nicht klar“, äußert Dr. Thomas Facklam, einer der drei künftigen Geschäftsführer der DGA.

Klar ist aber, dass das BMWi innerhalb der Bundesregierung die Federführung für alle Fragen hat, die mit der Organisation der Akkreditierung zusammenhängen. Bleibt noch die Frage nach der Finanzierung. Laut einer Auskunft des BMWi soll die künftige nationale Akkreditierungsstelle kostendeckend arbeiten. Geplant ist demnach, dass sich die DGA über Gebühreneinnahmen finanzieren wird. Das aber ist ein anderes Thema.

Download des AkkStelleG unter:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/gesetze,did=298578.html

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Qualität – kein Thema auf der IAA?

Thomas Funck
Freitag, 25. September 2009

Die 63. IAA hat sogar im Krisenjahr Aufsehen erregt. Einige Aussteller haben zwar gefehlt, aber das fiel angesichts der teils bombastischen Inszenierungen von Marken und Motoren kaum ins Gewicht. Von den aktuellen Problemen der Autoindustrie konnte die Veranstaltung indes nur temporär ablenken.

Sogar VDA-Präsident Matthias Wissmann weist in einem Begrüßungsschreiben darauf hin, dass “dunkle Wolken über unserer Branche hängen”. Als Kernproblem identifiziert er das verfehlte Ziel, den Verbrauch neuer Fahrzeuge auf drei Liter zu senken. Die Elektrifizierung des Autos beschreibt er als “große Unbekannte”. Über Qualität dagegen liest man nichts, hörte man nichts – hier scheint alles im grünen Bereich.

Es sei denn, man war Besucher des VDA-QMC-Forums im Rahmen der IAA. Dort wurde in zahlreichen, hochkarätigen Vorträgen auf bestehende Problem- oder wenigstens Entwicklungsfelder der Qualitätssicherung aufmerksam gemacht. Beispielsweise die Schadteilanalye Feld, die für jeden Autohersteller ein Quell der Hoffnung sein sollte. So belaufen sich die Garantiekosten bei Daimler auf rund 30 Milliarden Euro pro Jahr. Betroffen von schadhaft ausgelieferten Bauteilen sind aber auch die Zulieferer, die mit entsprechenden Regressforderungen der Hersteller konfrontiert werden. Wer mithilfe standardisierter Analyseprozesse in den kommenden Jahren Land gewinnt, wird deutlich profitabler produzieren können.

Ein ebenso viel versprechendes Feld ist die fehlerfreie Entwicklung von Fahrzeugelektronik. Automotive SPICE ist hier der Standard, der Hoffnung auf strukturierte Entwicklungsprozesse im Software- und Elektronikbereich macht. Auch hier gilt: Sparen durch Effizienz.

Auf einer Glanz- und Gloria-Messe beeindrucken abstrakte Themen wie diese freilich wenig. Doch im Ringen um Profitabilität und eine sichere Position im weltweiten Wettbewerb werden sie eine entscheidende Rolle spielen. Nicht zuletzt können konsequent angewandte Standards dazu beitragen, das Image deutscher Autos zu bewahren: Made in Germany!

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Regierung zeigt spätes Interesse an Normung

Thomas Funck
Montag, 21. September 2009

Anfang September hat die Bundesegierung ein normungspolitisches Konzept verabschiedet. Das Dokument ist ein Bekenntnis zur Normung und Standardisierung als marktpolitisches Instrument. Als Argumente für die Normung werden u. a. der Abbau von Handelshemmnissen, das Funktionieren des Europäischen Binnenmarkts und das Erreichen industriepolitischer Ziele genannt.”Die intensive Begleitung von Normungs- und Standardisierungsprozessen ist somit eine wesentliche Aufgabe von Regierungen erfolgreicher Wirtschaftsnationen.” so die Conclusio und zugleich der Anspruch auf Mitgestaltung.

Das Dokument, veröffentlicht mit einer Pressemitteilung des BMWI am 2. September 2009, kann als PDF heruntergeladen werden:

www.bmwi.de/bmwi/navigation/presse/pressemitteilungen,did=311580.html

Ein öffentliches Bekenntnis, dass Normung auch mit wirtschaftspolitischer Einflussnahme zu tun hat, kommt verdächtig spät. Der Erkenntnis nachgeholfen hat wohl auch der Bundesrechnungshof (BRH), der ein einheitliches Finanzierungskonzept zur Förderung der Normung durch die Regierung angeregt hat. Auslöser war eine Kontrollprüfung der Zuwendungen des Bundes an das Deutschen Institut für Normung (DIN). Und das ganz regulär, denn seit 1975 besteht ein Normenvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem DIN.

Die Kritik des BRH führt dazu, dass die von der Bundesregierung finanziell unterstützten Projekte des DIN künftig genau dokumentiert werden müssen. An die Kandare genommen werden damit die fördernden Ressorts, die in ihrer Eigenschaft als Vertreter der öffentlichen Hand in Beiräten, Kommissionen oder Normenausschüssen des DIN vertreten sind.

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Machtzentrale: Nationale Akkreditierungs-Superstelle

Thomas Funck
Montag, 31. August 2009

Über die neue nationale Akkreditierungsstelle wurde viel gemunkelt, detailliert lesen konnte man darüber noch nicht so viel. Wer etwas über die neue Superstelle in Erfahrung bringen wollte, musste schon die Datenbanken des Deutschen Bundesrats und des Deutschen Bundestags bemühen. Die Protokolle zur Plenarsitzung des Bundestags am 19. Juni und der Lesung im Bundesrat vom 10. Juli 2009 zeigen aber bestenfalls schemenhafte Umrisse der künftigen Machtzentrale in Sachen Akkreditierung. 

Eine Presseinfo des Verbands der Materialprüfungsanstalten e.V. (VMPA) klärt nun darüber auf, dass „dieser Tage“ die Deutsche Gesellschaft für Akkreditierung (DGA) mit Sitz in Berlin gegründet wurde. Und dass sie aus der Deutschen Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH (DAP), der Trägergemeinschaft für Akkreditierungen (TGA) und der Deutschen Akkreditierungsstelle Chemie GmbH (DACH) hervorgegangen ist. Alle drei Akkreditierungsstellen stammen aus dem ehemaligen gesetzlich nicht geregelten Bereich im Deutschen Akkreditierungsrat (DAR) und sollen ab 1. Januar 2010 die Aufgaben der nationalen Akkredierungsstelle gemäß EU-Verordnung  übernehmen.

Alles wirkt regelkonform und juristisch sauber ausgeklügelt. Hier wurde planmäßig und besonnen vorgegangen. Der aufmerksame Betrachter mag sich nun fragen, wer die Strippenzieher hinter dem neuen Akkreditierungsmodell sind. Noch interessanter ist vermutlich die Frage, wer von der neuen Superstelle profitiert oder durch die neuen Strukturen verliert. Sachdienliche Hinweise sind herzlich willkommen!

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Einsatz externer QMBs - nützlich oder unsinnig?

Fritz Taucher
Freitag, 24. Juli 2009

Darf und sollte der Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB) eines Unternehmens ein externer Beschäftigter, etwa ein Unternehmensberater sein? Eine unserer QZ-Monatsumfragen hatte vor einigen Monaten gezeigt, dass der Einsatz eines externen QMB für viele kleine Unternehmen durchaus gelebte und von den Zertifizierern zumindest tolerierte Praxis ist. Doch sowohl die Meinungen darüber, ob das akzeptabel ist, als auch die Erfahrungen damit gehen deutlich auseinander. In der Juni-Ausgabe der QZ nun gelang es uns, diese seit Jahren nur hinter vorgehaltener Hand diskutierte Frage in die fachöffentliche Debatte zu bringen. Zwei erfahrene QM-Berater und Auditoren vertreten in unserem Bericht die beiden Standpunkte Pro und Contra, ausgewählte Zertifizierer beziehen Stellung. Eine Flut von Leserbriefen, die unmittelbar nach Erscheinen einsetzte, zeigt uns, dass wir damit zahlreiche Nerven treffen. Unseren Artikel und die veröffentlichten Leserbriefe finden Sie unter:

http://www.qm-infocenter.de/directlink.asp?QZ810018.

Offensichtlich gibt es eine Reihe von Schlüsselfragen, die von den unterschiedlichen Beteiligten durchaus unterschiedlich beantwortet werden und somit als ungeklärt gelten müssen:

- Ist es normkonform gemäß ISO 9001, einem Externen QM-Verantwortung zu übertragen?

- Gibt es Fälle, da dies im Interesse des zu zertifizierenden Unternehmens liegt?

- Erfüllt dies dann auch noch die Anforderungen des Kunden, der das Zertifikat fordert?

- Ist ein solcher Fall für die beteiligten Zertifizierungsauditoren QM-ethisch vertretbar?

Diese ungeklärten Fragen lassen allen Beteiligten in der Praxis genügend Spielraum, ihre individuellen wirtschafltichen Interessen auch gegen den Geist von Norm und Zertifizierung durchzusetzen. So ist im deutschen Zertifizierungswesen ein Graubereich entstanden, in dem sich besonders viele schwarze Schafe tummeln. Unternehmen, die ihre QM-Handbücher schlicht einkaufen, Zertifizierungsauditoren und Zertifizierer, die regelwidrig zertifizieren, Berater, die sich lukrative Verträge als externe QMBs zahlreicher Unternehmen sichern. Das Leid tragen alle diese Zünfte gemeinsam und letztendlich die Kunden, die auf die Aussagekraft des Zertifikats bauen.

Was lässt sich tun, um diesen unhaltbaren Zustand zu verbessern?

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Vier Jahre Kampf gegen Bugs im Auto

Thomas Funck
Mittwoch, 22. Juli 2009

Sie kennen die alte Anekdote: Bill Gates und ein namhafter Automobilmanager treffen auf einer Konferenz zusammen. Gates sagt: “Wenn wir unsere Software so langsam entwickeln würden wie ein Automobil, dann wären wir heute noch bei Windows 1.0.” Darauf der Automanager: “Wenn unsere Fahrzeuge so zuverlässig wären wie Ihre Software, dann würden sie mindestens einmal am Tag liegen bleiben.” 

Diese Geschichte ist vermutlich zwanzig Jahre alt, aber im Kern noch immer wahr. Mit dem Unterschied, dass ein Auto heute ein rollender Hochleistungscomputer ist – zumindest im Vergleich zu damaligen PCs. Das leidige Thema fehlerbehafteter Software und unzuverlässiger Fahrzeugelektronik ist nahezu jedem bekannt. Deshalb schlossen sich führende Autohersteller zusammen, um dem Problem mit vereinten Kräften zu Leibe zu rücken. Die Wunderwaffe gegen Elektronikprobleme heißt seither Automotive SPICE. Es handelt sich um ein Modell, das einerseits die Soll-Prozesse bei der Software- bzw. Elektronikentwicklung festlegt und andererseits sechs Reifegrade vorsieht, die dem ermittelten Reifeprofil entsprechen.

Assessoren, die sich auf diese nicht ganz einfache Thematik verstehen, sehen sich die Fähigkeit eines Software- bzw. Elektronikanbieters durch die Prozessbrille genau an. Und sie befinden darüber, welchen SPICE-Level ein Lieferant erhält.  Vier Jahre sind seit der Verabschiedung des Prozessassessmentmodells Automotive SPICE verstrichen, das auf der ISO/IEC 15504 basiert.

Deshalb sei die Frage gestattet: Was hat Automotive SPICE bis heute gebracht?

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