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Qualitätsingenieure verzweifelt gesucht!

Thomas Funck
Donnerstag, 06. Mai 2010

Seit dem Ausbruch der Finanzkrise, die sich wie Vulkanasche über weite Teile der deutschen Wirtschaft gelegt hat, ändert sich vieles. Leider nicht immer zum Guten, wie die Fertigungsqualität deutscher Traditionsunternehmen zeigt. Das liegt natürlich nicht am vulkanischen Feinstaub, sondern am schnöden Mammon. Viele Unternehmer haben in 2009 massiv auf die Kostenbremse gedrückt und etwa bei der Qualitätsvorausplanung gespart. Das rächt sich nun mit deutlich höheren Ausschussraten.
Personalberater Hans Weber erklärt, dass dies auch der Grund für den aktuell großen Bedarf an Qualitätsingenieuren (nicht Qualitätsmanagern!) ist. Personalabteilungen suchen händeringend nach Qualitätern, die fähig sind, die laufende Fertigung zu überwachen und abzusichern. Er weiß von Firmen, die in dieser Funktion bis zu 200 Mitarbeiter einstellen würden, um den Ausschuss zu reduzieren. Teure Anzeigen wurden geschaltet, aber die wenigen Bewerber waren nicht geeignet. Der Arbeitsmarkt ist einfach leergefegt!
Und das, obwohl bereits letztes Jahr zwei Entlassungswellen über die deutsche Industrie hinwegrollten: im Juni und September 2009. Was danach passiert ist, beschreibt Weber so: “Die guten Qualitäter haben rasch wieder einen neuen Job gefunden, die übrigen schreiben seither Bewerbungen.” Als gut gilt heute ein Qualitäter, wenn er nicht nur die Normen verwalten, sondern mit den Kollegen in der Entwicklung und Fertigung reden kann. Dafür muss er über produktionsnahe Kenntnisse und Erfahrungen verfügen. Nur so kann er dem Entwickler wie dem Werker erklären, weshalb bestimmte Arbeitsschritte notwendig sind. Und er sollte die Überzeugungskraft besitzen, um einzufordern, was definierte Prozesse, Standards und Normen gebieten.
Eine Chance für Qualitäter mit Herz und Verstand!

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